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Im Zeichen des Wahnsinns

Ein von Folterqualen zerstörtes Versuchstier schildert seinen Horrorweg und den seiner Leidensgenossen.

Der international bekannte Tierversuchsgegner

Hans Fischinger schildert in dieser wahren Erzählung das traurige Schicksal eines Affen, der durch Tierfänger seinem natürlichen Lebensraum entrissen wird und sein Leben in einem Versuchslabor beendet. Er stützt sich auf Dokumente, die im Laufe einer Kommando-Aktion zur Befreiung der Versuchstiere in einem amerikanischen Labor gefunden wurden. Die Broschüre „Gedanken eines Versuchstieres“ ist erhältlich bei: Aktionsgemeinschaft gegen Tierversuche, c/o Roswitha Taenzler, Friesengasse 26, D-60487 Frankfurt und unter: www.atra.info

Die feuchtheißen Tropenwälder auf der Insel Sumatra sind so dicht, dass es darin fast immer dunkel bleibt. Eines Tages folgten meine Geschwister und ich mit den Kindern der Nachbarsippe im Spiel einem Sonnenstrahl, der uns auf eine Dschungellichtung führte. Meine kleine Schwester sah dort einen bunten Gegenstand und lief neugierig auf ihn zu.
Plötzlich, für uns vollkommen unerwartet, ein furchtbarer Schrei. Eine Falle war zugeklappt. Die meisten Mitglieder unserer Makaken-Familien waren uns nachgelaufen, und alle eilten nun zu ihr, um zu versuchen, ihren zerschmetterten Fuß aus der Eisenklammer zu lösen.
Schon schlugen schwere Netze auf uns nieder, und trotz aller Anstrengungen konnte sich keiner von uns befreien. Eine Bande von indonesischen Tierfängern stürmte von allen Seiten auf uns zu. Sie rissen uns brutal aus den Netzen heraus und steckten uns in kleine Metallkäfige, die sie hinter sich herzogen.

Die Falle, die uns unter die getarnten Netze gelockt hatte, nahmen sie mit, nachdem sie meine Schwester - die mit ihrem gebrochenen Fuß nun unverkäuflich war - erschlagen hatten. Das gleiche Schicksal erlitten noch mehrere meiner Familienangehörigen, die bei der Gefangennahme verletzt worden waren.

Nachdem sie uns tagelang durch den strömenden Monsun zur Küste hinuntergezogen hatten, erreichten wir ein primitives, verschlammtes und überfülltes Auffanglager, in dem wir aufgeteilt wurden. Eine große Anzahl von uns wurde bestimmt, nach Taiwan, Singapur, Hongkong und China geschmuggelt zu werden, wo Affenhirne eine kulinarische Spezialität darstellen. Sie werden sofort nach dem Umbringen, noch körperwarm, in der Hirnschale serviert und roh verzehrt.
Eine zweite Gruppe sollte illegal nach Thailand gebracht werden, wo die verstörten, freiheitsliebenden Makaken von Touristen-Ausbeutern zu dummen Erinnerungsfotos gezwun-gen werden.
Noch ärger ergeht es denen, die an Nachtclubs verkauft werden. Dort müssen sie in erniedrigender Aufmachung, mit Kleidern bezogen und riesigen Ohrringen behangen, die Nächte in lärmenden und verrauchten Kneipen verbringen, zum Gaudium von betrunkenen Matrosen und Touristen, die sie zwingen, Alkohol zu schlucken und Zigaretten zu rauchen.
Wieder andere wurden in Gruppen eingeteilt, die ihr Leben hinter Gittern verbringen müssen, um die in den Zoos vor Gram sterbenden Leidensgenossen zu ersetzen.
Ich wurde einer riesigen Ansammlung von Makaken einverleibt, die an amerikanische Labors für Experimente verkauft wurden.
Meine Gruppe wurde zusammengepfercht in Dschunken nach Java transportiert und von Djakarta aus von der Primaten-Export-Firma C.V.-Inquatex per Luftcargo verschickt.
Die endlosen, lärmintensiven Flugstunden im eiskalten Frachtraum haben wir, eng aneinandergeklammert, durch gegenseitiges Erwärmen überlebt.
Beim Verladen in Frankfurt hörte ich, wie der Zwischenhändler "Kurt" gerufen wurde. Einen vollen Tag ohne Essen und Wasser, und dann ging es ab nach Amerika.
Wir kamen zuerst zu Matthew Klotz, einem Händler in Miami, und nach einer Woche zu einem Forscher in Maryland, der 1.600.- Dollar für jeden von uns bezahlte. Bei ihm wurden wir einzeln in verschmutzte Boxen gestoßen, die leer standen, seit unsere unglücklichen Vorgänger an den Folgen von Experimenten zugrunde gegangen waren.
Wir waren in einem Keller untergebracht, ohne Fenster, und es roch nach Feuchtigkeit und Urin - das Ganze von einer billigen 60-Watt-Lampe schwach erhellt. Sobald sich die Augen an diese Umgebung gewöhnt hatten, konnte man zahlreiche andere Kisten und Käfige erkennen, aus denen einem schmerzverzerrte Gesichter von vor Angst irre gewordenen Insassen entgegenstarrten. In einer Ecke stand ein Eisschrank, der schon lange nicht mehr funktionierte und mit verdorbenen Speiseresten, vollen Aschenbechern, abgelaufenen Medikamenten, verschmutzten Bandagen, Testprodukten, Injektionsspritzen mit angebrochenen Nadeln und leeren Coca Cola-Dosen gefüllt war.
Das war also ein Labor, in dem die "Forscher" den großen medizinischen Entdeckungen entgegenträumten...
Am Tage nach unserer Ankunft kam ein Mann in einem weißen Mantel, der uns Neuankömmlingen unerträglich schmerzhafte Substanzen einspritzte. Obwohl ich nichts im Magen hatte, musste ich mich tagelang übergeben.
Eines Tages wurde ich in einen Eisenkäfig verlegt. Dort hing ich die meiste Zeit an den Gitterstäben, weil ich seit Wochen vom Durchfall gepeinigt war und vermeiden wollte, in den Exkrementen zu sitzen.
Monate vergingen, vielleicht ein Jahr, in dem wir versuchten, dieses Elend zu überleben und nicht zu verzweifeln. Die Angst vor den furchtbaren Schmerzen, die die häufigen Einspritzungen mit sich brachten, war unaussprechlich. Immer wenn die Kellertür aufging und ein Teufel im weißem Mantel herunterkam, stockte uns allen der Atem. Durchfall und Erbrechen waren nun zum Dauerzustand geworden, und manchmal reagierte ich auf die Testinjektion mit so hohem Fieber, dass ich vom Schüttelfrost von einer Käfigseite auf die andere geworfen wurde. Meine Füße glichen denen von Elefanten, so dick waren sie: geschwollen, fiebrig heiß, und die Mehrzahl meiner Zehen war abgefault.

Mein dreckiger Wassernapf war meistens leer. Die Unmenschen in weißen Mänteln haben ihn nicht einmal nachgefüllt, bevor sie über das Wochenende zum Golfspielen nach Bermuda flogen.
In diesen endlos langen Tagen ohne Wasser und Essen ist einer meiner drei Brüder gestorben. Mit einem kurzen Schrei war er einfach kopfüber vom Käfiggitter in die 30 cm dicke Kotschicht abgestürzt. Der Arm, an dem man ihm zu Versuchen die gesamte Haut abgezogen hatte, ragte steif in die Höhe, und die blutgetränkte, verschmutzte Bandage hing wie eine groteske Fahne daran. Die "Forscher", von ihrem Wochenende zurückgekehrt, brachen bei diesem Anblick in schallendes Gelächter aus.

Eines Tages wurde ich für die "Tödliche-Dosis-50-Tests" (lethal dose 50) eingestellt. Das heißt: Einspritzen, gewaltsam Einflößen oder Füttern mit chemischen, giftigen Substanzen, bis 50 Prozent der Versuchstiere daran zugrunde gehen. Die, die dabei sterben, sind die Glücklicheren, denn das Leiden und die Schmerzen der Überlebenden lassen sich nicht beschreiben.
Normalerweise werden wir Makaken eher selten für die LD-50-Tests verwendet, da wir zuviel kosten. Am beliebtesten für LD-50-Tests sind Mäuse, Ratten, Katzen, Beagles und Kaninchen. Kaninchen eignen sich ganz besonders für Verätzungen der Augen, weil sie unfähig sind, Tränen zu produzieren. Außerdem werden ihnen, nach-dem sie in die Kopfklemme eingezwängt worden sind, mit einer Schere die Augenlider abgeschnitten, damit die Säureprodukte nicht verwischt werden können.

Von unserer Gattung wurden nur sechs zu LD-50-Tests herangezogen.
Wir, die wir schon durch zahllose andere Versuche "amortisiert" waren, wurden mit den in einem Ofenputzmittel enthaltenen Chemikalien gefüttert und gleichzeitig wurde es uns injiziert. Egoistischerweise habe ich gehofft, dass ich davon sterben würde, damit die unvorstellbaren Schmerzen für mich endlich zu einem Ende kommen würden. Aber als nach 19 Tagen der Dritte unserer Gruppe nach tagelangem Todeskampf röchelnd verendete, wurde der Versuch beendet.
Die "tödliche Dosis" war festgestellt worden - für wen und für welchen Zweck, wussten eigentlich auch die Experimenta-toren nicht. Wichtig war nur, die Statistiken an das staatliche Gesundheits-Institut (NHI) einzuschicken und auf die finan-zielle Entlohnung in Form von staatlichen Forschungszuschüssen zu warten, die in diesem Falle mit drei toten Makaken um die 30.000 Dollar liegen würden. Ich wurde mit den anderen zwei Überlebenden halb bewusstlos in einen schmutzigen Käfig geworfen, damit wir genug Kräfte sammeln konnten, um für weitere Experimente verwendungsfähig zu werden...

Ein anderer Mithäftling, mit dem ich die Kiste geteilt hatte, als wir aus Indonesien verfrachtet worden waren, war schon seit 7 Wochen in einem Metallgestell eingespannt, ohne die geringste Bewegung machen zu können. Er war vollkommen apathisch und reagierte praktisch auf nichts mehr. Das Ende seines Martyriums schien nahe. Zwei Tage später wurde er abgeholt. Ob er endlich ausgelitten hatte, oder ob noch ein Funken Leben in ihm war und er dann noch für andere Versuche hergenommen wurde, ist mir unbekannt.

Fünf Weibchen einer indonesischen Makaken-Familie wurden künstlich befruchtet, da das Zusammenleben mit männlichen Makaken kein Resultat gezeigt hatte. Drei davon haben nicht ausgetragen, die vierte hatte eine Totgeburt ohne Arme und nur mit einem Fuß. Einzig bei der fünften verlief die Geburt normal.

Es war an einem Wochenende, und unsere Peiniger würden nicht vor Montag zurückkommen. Einen ganzen Tag lang lehnte die junge Mutter im tiefen Kot am Käfiggitter, mit dem unschuldigen kleinen Geschöpf in ihren behutsamen Armen, gegen ihren warmen Leib gepresst.

Unsagbar zärtliche Mutterliebe, aber zugleich auch eine tiefe Traurigkeit kam in ihrem Gesicht zum Ausdruck, und Tränen der Verzweiflung rollten auf den Körper ihres Kindes: Die Mutter stand da wie eine Statue. Ihr Blick ging an uns vorbei ins Leere. Manchmal kam es mir vor, als huschte ein glücklicher Schatten über ihr Gesicht. Vielleicht träumte sie für einen kurzen Moment, mit ihrem Kleinen in der Freiheit und Wärme des tropischen Regenwaldes auf Sumatra zu sein.
Sie blieb auch die ganze Nacht über in der gleichen Stellung. Am Montagmorgen, als wir das Schlüsselklirren und das laute, vulgäre Gelächter der "Forscher" hörten, wurde es plötzlich totenstill im Keller. Selbst die sonst ständigen Schmerzensschreie hatten aufgehört. Wir alle ahnten, dass sich etwas Schreckliches anbahnte.
Als die Tür zur Kellerstiege geöffnet wurde, hob die Mutter ihr Baby in die Höhe, und mit einem einzigen Biss durchtrennte sie seinen dünnen Hals.
Triumphierend und erhaben über die billige Sippschaft der Tierexperimentatoren stand sie da, mit dem winzigen Kopf in der linken Hand und dem kleinen Körper in ihrer Rechten - hocherhoben bis zum Käfiggitter, und das Blut ihres Kindes leerte sich über sie.
Es war wie ein Mahnmal einer furchtbaren Anklage und zugleich ein Schrei um Gerechtigkeit, an den Schöpfer gerichtet: Verlass DU uns nicht, so wie die katholische Kirche uns verlassen hat, als Kardinal Ratzinger im Katechismus schrieb, dass Tierversuche dazu beitragen würden, menschliches Leben zu heilen und zu retten.
"Verfluchte Bestie", schrie der Vivisektor, "seht euch einmal so etwas an! Und da sagen die Leute, dass wir grausam sind."

Wie viel tiefe Mutterliebe und heroische Überwindung verbarg sich hinter diesem verzweifelten Akt der Tiermutter - nur um ihr Kind vor dem Märtyrerdasein in einem Versuchslabor zu bewahren!
Es war offensichtlich, dass der berufsmäßige Tierquäler in seiner dumpfen Gefühllosigkeit die Seelengröße und den Heroismus, die das Muttertier zu dieser dramatischen Entscheidung geführt hatten, nicht begreifen konnte.
Eines Tages holten sie mich wieder. Mit einem Eingriff ohne Betäubung wurde mir mein linker Arm paralysiert, damit in der Folgezeit versucht werden konnte, ihn durch "intensive Schmerzreizung" wieder zum Bewegen zu bringen.

Die intensive Schmerzreizung bestand darin, mir mit einem Hammer die Handknochen zu zerschlagen, die Finger anzubrennen und sie schließlich zentimeterweise abzuzwicken. Ich habe furchtbar geschrien - und plötzlich, ohne Vorwarnung, schnitt mir einer der Unmenschen die Stimmbänder durch. Alle scherzten, als ich weiterhin zu schreien versuchte, aber keinen Laut herausbrachte. Nur Blut tröpfelte lautlos und unaufhörlich von meiner Halswunde auf meine einstmals weiße Brust.

Aber dann kam Alex Pacheco*. Er hatte gütige Augen. Als er an meinem Käfig vorbeiging, zwängte ich meine rechte Hand durchs Gitter. Er fasste und drückte sie, und ich spürte: Er war ein Freund.

Später erzählte er mir, er sei Tierversuchsgegner und hatte sich vom Labor als Student, der Taschengeld dazuverdienen möchte, anheuern lassen. Er ließ einen Nachschlüssel fürs Labor anfertigen, kam in der Nacht zurück, um Fotos und Filme von uns und den grauenhaften Zuständen zu machen - und als er genügend Beweise für unsere Tierquälerei hatte, kam er mit der Polizei.
Der Laborleiter, der ein Kettenraucher war und meistens einen Affenhand-Aschenbecher mit sich herumtrug, wurde wegen Tierquälerei angeklagt - nicht wegen der unbeschreiblichen Leiden, die er uns zugefügt hatte - das war ja "Wissenschaft" -, sondern wegen der zu kleinen Käfige und der unhygienischen Zustände.
Vor Gericht nach dem Grund seiner Versuche befragt, antwortete er in seiner heuchlerischen Art, dass er dazu beitragen wolle, "Menschenleben zu heilen und zu retten". Im Laufe der Gerichtsverhandlung stellte sich heraus, dass er für die Versuche in den letzten 10 Jahren 1,1 Millionen Dollar an Forschungsgeldern erhalten und sich dafür unter anderem eine Luxusjacht gekauft hatte.
Er wurde zu 3.000.- Dollar Strafe verurteilt, die ein anonymer Mäzen aus Washington, einschließlich der 400.000.- Dollar Prozesskosten, sofort beglich.
Wir wurden in einem Tierheim untergebracht, es gab Tageslicht, frische Luft, regelmäßig Futter und keine Quälereien - ein Wunder war geschehen, durch den Mut von Alex.
Monate vergingen. Edward Taub, der Laborleiter, hatte bezüglich der Beschlagnahme der Versuchstiere Berufung eingelegt - und die furchtbare Nachricht erreichte uns: Er hatte Recht bekommen. Wir wurden als sein Eigentum anerkannt und ihm zurückgegeben. Die Pharma-Mafia hat lange Arme. Erneut wurden wir in den feuchten Keller zurückgebracht, und schon am nächsten Tag paralysierte mir der Unmensch im weißen Mantel auch meinen rechten Arm, um wieder zu versuchen, durch unerträgliche Schmerzen eine Bewegungsreaktion zu erreichen.

Inzwischen sind mir die Zähne ausgefallen, und außerdem ist mir durch die unzähligen chemischen Einspritzungen ein Auge ausgetrocknet und blind geworden.
Früher konnte ich wenigstens mit einer Hand draufdrücken und reiben, was mir den Eindruck einer momentanen Schmerzerleichterung gab. Nun lehnte ich nur mehr am Käfiggitter, mit angezwickten Fingern und lahmen Armen, die wie bei einem Wurstel sinnlos herunterbaumelten.
Der Teufel im weißen Mantel deutete auf mich: "Der da ist inzwischen ziemlich nutzlos geworden. Wir können ihn höchstens noch nach den Weihnachtsfeiertagen für Schmerzverträglichkeitsversuche benutzen. Nachher werden wir ihn, mitsamt den dreien, die schon in der Wartekiste sitzen, in das nächstliegende Armee-Forschungslabor für Schussverletzungen verkaufen."

Tage später - die Unmenschen waren im Urlaub - hörte ich das Geläut von Weihnachtsglocken durch die dicken Kellermauern dringen.

Barmherziger Gott, erbarme dich meiner und all derer, die in den Händen solcher Unmenschen sind. Wir können unser Elend und unsere Schmerzen mit durchschnittenen Stimmbändern nicht mehr herausschreien, mit unseren ausgetrockneten Augen nicht mehr weinen und unsere toten Armstummel nicht mehr zu deiner Ehre erheben. Bitte, lasse ein Weihnachtswunder geschehen: dass mir einfach das Herz stehen bleibt, bevor die Teufel in Menschengestalt von ihren Feiertag-Truthahn-Fressgelagen zurückkommen.
Oder lass mich ersticken, wie die 100 Makaken, die am 20. August 1992 in einer Boeing 747 der Deutschen Lufthansa, Flug Nr. 462, von Djakarta über Frankfurt nach Miami, zugrunde gegangen sind.
Sicher wirst du Mitleid mit mir haben, wenn du mich sehen kannst. Mit einem Strick an die Käfigstäbe gebunden, damit ich nicht umfalle wie mein Bruder, der im eigenen Kot verendet ist, da ich noch 200.- Dollar Verkaufswert habe für die Unholde in den weißen Mänteln.

Nach Tagen kamen die Unmenschen zurück. Gott hat meine Weihnachtsbitte nicht erhört und mich nicht sterben lassen. Zwei Wochen lang wurden an mir Schmerz-verträglichkeitstests ausgeführt: bis zum Wahnsinn und zur Ohnmacht. Als endlich mein Herz stehen blieb, haben es die Schurken mit Elektroschocks wieder zum Schlagen gebracht. Am nächsten Tag haben sie mich dann, wegen des Schergengeldes, in eines der 58 riesigen Armee-Schussversuchszentren gebracht.

Und dort, lieber Gott, wird das Leben, das du mir einst geschenkt hast, durch die "Krone der Schöpfung" zu einem arm-seligen Ende gebracht.

Ich bin in einer Gruppe von 84 Bea-gles zu einer kombinierten Traumastudie eingeteilt, das heißt, erst werden wir angeschossen und dann radioaktiv bestrahlt. Die Versuche werden heute Nachmittag beginnen, weil die "Forscher" schon allen Eingeteilten mit einer Farbdose Zahlen und einen roten Kreis für die gewünschte Einschussstelle auf den Körper gezeich-net haben.

Laut Statistik dauert es eine Woche, bevor der letzte einer kombinierten Trau-mastudie unter Höllenqualen verendet.
Schöpfer des Himmels und der Erde, meine letzten Gedanken gehen zu dir:
Findest du auch - so wie es im neu bearbeiteten Katechismus der katholischen Kirche steht -, dass Tierversuche, dieses unbeschreibliche Elend, tagtäglich in irgendeiner Form, millionenfach an uns Tieren wiederholt, "sittlich zulässig" sind?



* Alex Pacheco ist Mit-Gründer und heute Co-Präsident von PeTA - People for the ethical treatment of animals.