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Vegetarisch genießen

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Kastanien

Stachelige Leckerbissen

Schon Hildegard von Bingen berichtete über die „ Königin der Früchte“ nur das Beste. Sie sagte: »Der Kastanienbaum ist sehr warm – und hat aufgrund dieser Wärme große Kraft. Alles was in ihm ist, und besonders seine Frucht, ist nützlich gegen jede Schwäche, die im Menschen ist. Und ist es nicht so, liebe Mitmenschen, wir brauchen doch gerade diese wärmende Stärke – die ich als die Stärke des Herzens sehe, als Basis des Lebens.
Der Maronibaum schenkt uns seine Früchte – dann, wenn sie reif sind; er legt sie uns sozusagen zu Füßen. Nicht im umgekehrten Verhältnis, wenn der Mensch es will und dem Baum seine Früchte „stiehlt“. Denn nur der Baum weiß und kennt genau den richtigen Zeitpunkt wann die Früchte in den stacheligen Hüllen reif sind.

Edelkastanien sind sommergrüne Bäume oder Sträucher. Die Bäume können bis zu 30 m hoch werden und bilden häufig eine weit ausladende Krone; sie können ein Alter von über 1.000 Jahren erreichen.
Im Freiland blühen die Edelkastanien das erste Mal in einem Alter von 20 bis 30 Jahren; stehen sie in dichten Beständen können bis zur ersten Blüte mehrere Jahrzehnte vergehen. Ihre getrenntgeschlechtlichen Blüten erscheinen im späten Frühjahr. An den Blüten finden sich Bienen, Ameisen und Käfer als Bestäuberinsekten ein. Aus den unscheinbaren kleinen weiblichen Blüten entwickeln sich die stacheligen Fruchtschalen, in deren Innerem die braunen Früchte heranreifen.
Die nussartigen Früchte sind essbar und werden meist Maronen, Maroni oder Marroni genannt. Erste Fruchterträge sind nach 20 Jahren zu erwarten. Die Erntezeit für die Edelkastanien ist in den Monaten September, Oktober und November. Nagetiere wie etwa das Eichhörnchen, der Siebenschläfer,
die Wald-, Feld- und Schlafmaus bevorraten die nahrhaften Maronen in Verstecken. Werden diese vergessen, keimen die großen Samen aus, die zu den Dunkelkeimern zählen, und begründen neue Bäume.
Auch Krähen und Eichelhäher verschleppen die Maronen.
Ursprünglich stammt die Edelkastanie aus Vorderasien. Sie wurde bereits im 5. Jahrundert vor Christus in Griechenland eingeführt. Von dort ausgehend hat sie sich noch vor der Zeitenwende in Italien, Spanien und Frankreich etabliert. Mit den Römern ist sie ebenso, wie die Weinrebe, in die besetzten
Gebiete Portugals, Nordafrikas und Germaniens gelangt. Am nördlichen Alpenrand war sie jedoch bereits verbreitet, bevor die Römer diese Landstriche eroberten.
Edelkastanien finden sich innerhalb Deutschlands vor allem im Rheintal und in den wärmebegünstigten Nebentälern des Rheins. Heute ist sie unter anderem auch am Rand des Pfälzer Waldes (der so genannten Haardt) und im Taunus heimisch. Der dortige landessprachliche Name für die Frucht ist »Keschde«. Angebaut wird sie dort nicht nur wegen ihrer Früchte, sondern weil sie auch die zum Weinbau notwendigen Rebstecken liefert. Reich an Edelkastanien sind auch die westlichen Randzonen des Odenwalds und des Schwarzwalds. Sie ist außerdem im südlichen Spessart und im Südwesten Westfalens zu finden.
Obwohl die Edelkastanie eine eingeführte Baumart ist, steht sie unter Naturschutz. Sie soll vor allem aufgrund ihrer kulturhistorischen Bedeutung erhalten werden.
In den italienischen Alpentälern sowie in den klimatisch begünstigten Regionen der Schweiz zählten die Früchte der Edelkastanie früher zu jenen Nahrungsmitteln, mit denen man Zeiten der Missernten überstehen konnte. In Deutschland und Österreich werden Maronen oft geröstet auf Weihnachtsmärkten angeboten. Des Weiteren finden sie als gekochte Beilage statt Kartoffeln oder für feine Desserts Verwendung.