Startseite | Freiheit für Tiere | Impressum | Noch lieferbare Einzelnummern | AGB | Widerrufsrecht | Datenschutz   

Vegetarisch genießen

English 4 3 2 1/07 4 3 2 1/06 4 3 2 1/05 4 3 2 1/04 Shop Verlag Das Brennglas Best 2 Noch lieferbare Einzelnummern
Einleitung Rezepte
Artikel: Gesund essen Bali Gesundes Herz Kastanien Promis für Tiere Alternativen Hokkaidos Songs für Tiere Himalaya Salz Der Lusttöter

Alternativen zu Milch, Ei und Fleisch

Auch wenn man es gerne verdrängt: An jeder Milchpackung hängt Leben!
Denn Milch gibt es heute nur dank intensiver Tiermast. Ohne junge Kälbchen: keine Milch!
Da naturgemäß jedes zweite Kälbchen männlich ist, wird es schnell der Mutter weggenommen und auf kleinstem Raum eingesperrt. Schon nach kurzer Zeit kommt es in den Schlachthof. Aus Milch macht man Käse, Sahne, Joghurt, Quark und vieles mehr. Als Tierfreund kommt bei jedem über kurz oder lang der Moment, auch über seinen Konsum von Milchprodukten nachzudenken und zu handeln. Wir sprachen mit unserem Gourmet-Koch Dipl.-Ing. Christoph Michels und mit Frau Bianca Schubert aus dem »Vegetarischen Gourmet-Supermarkt« in Altfeld.

Veg: Herr Michels, wie ersetzen Sie die Eier in der vegetarisch-veganen Küche?

Christoph Michels: Viele Menschen wissen nicht, dass auch die Produktion von Freilandeiern sehr wohl mit dem Tod von Tieren verbunden ist. Gleich zu Anfang werden nämlich die Hälfte aller Küken umgebracht - mit CO2 vergast, lebendig zerquetscht, zerstampft - weil sie Männchen sind (und daher keine Eier legen können). Den Hennen geht es auch nicht viel besser. Auch in der Freilandhaltung müssen sie zumeist auf engstem Raum leben und müssen den Stress des Transports zum Schlachthof ertragen, wenn sie nicht mehr genug Eier legen oder krank sind und daher unrentabel werden. Für viele Menschen sind auch gesundheitliche und ökologische Gründe ausschlaggebend, keine Eier mehr zu essen.
Deshalb ergibt sich das Weglassen der Eier in der modernen Küche wie von selbst. In deutschen Küchen findet man seit zwei bis drei Jahrhunderten in fast jeder Speise Eier vor: um diese abzubinden oder schön gelb zu färben oder nahrhaft zu machen. Das hängt damit zusammen, dass Eier früher etwas Kostbares waren und es sich natürlich besser machte, dem Gast eine Speise mit vielen Eiern zu servieren. Geht man aber mit dem Vorsatz in die Küche, keine Eier zu verwenden, stellt man mit Verblüffung fest, was alles ebenso gut ohne Ei gelingt. Typische Speisen wie der Bierteig oder andere Gerichte lassen sich ohne weiteres auch ohne Ei machen. Der Cidre oder die Apfelsaftschorle schäumen mit dem Mehl zusammen zu einem sämigen Teig - auch ohne jegliche Eibindung. (Rezept s. Kasten) Das funktioniert deswegen, weil auch Mehl Eiweiß enthält, wenn auch weniger als ein Ei, aber genügend, um eine bindende Teigstruktur zu erzielen. Lange Zeit waren wir auch der Meinung, dass typische Eier-Teige wie der Buiskuit-Teig nicht ohne Ei herzustellen sei. Nach einigen Versuchen gelang uns trotzdem ein recht locker ausgebackener Biskuitboden. (Rezept siehe Kasten) Mit diesem Biskuitteig lässt sich auch ein rein veganes Tiramisu zubereiten. Bei vielen Rezepten, die nur nach einem oder zwei Eiern verlangen, kann man diese auch einfach weglassen und durch Flüssigkeit ausgleichen. Massen und Füllungen, die entweder süß sind, wie z.B. Tortenfüllungen, oder exotisch pikant, wie z.B. Curry-Soßen, lassen sich gut auch mit einer zerdrückten Banane abbinden. Sie unterstützt sogar den exotischen Geschmack von Curry.

Ausbackteig
100 ml Wasser mit 100 ml Cidre oder Apfelsaftschorle und 75 g Mehl zu einem Ausbackteig verrühren.

Biskuitteig
200 g feines Weizenmehl, 120 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 3 TL Backpulver, 6 EL Sonnenblumenöl, ¼ l Mineralwasser mit viel Kohlensäure und die Schale einer unbehandelten Zitrone zu einem schaumigen Biskuitteig verquirlen. Teig in eine gut eingefettete und mit Semmelbröseln ausgestreute runde Backform gießen und im Ofen 20-25 Min. bei 160-170 Grad backen.

Veg: Auf Mayonnaise muss man auch nicht verzichten?

Bianca Schubert: Es gibt heute einige Sorten veganer Mayonnaise. Was wir den Kunden empfehlen, ist iBi-naise von Lebe Gesund. Es gibt sie sogar in zwei verschiedenen Geschmacksrichtungen: natur und mit Knoblauch. Die iBi-Produkte erhält man bei uns oder bei Verkaufstellen von Lebe Gesund und Gut zum Leben oder über Versand bei www.LebeGesund.de.

Veg: Welche Alternativen gibt es zur Milch?

Christoph Michels: Beim Kochen brauchte man bisher Milch oder Sahne zum Legieren von Soßen. Das geht im exotischen Bereich auch sehr gut mit Kokosmilch, was übrigens nicht nur in Thailand, sondern auch in Indien, Indonesien und vielen anderen Ländern üblich ist. Kokosmilch sollte aber immer mit Wasser gestreckt werden, weil sie sehr intensiv, d.h. konzentriert ist. Dass in jede Soße Sahne hinein soll, ist übrigens sowieso eine neuzeitliche Erscheinung und hat ihren Ursprung wohl in der Werbung der Milchindustrie. Falls man Sahne verwenden möchte, kann man sie im Prinzip überall durch Soja-Sahne ersetzen. Vor allem bei gesüßten oder gewürzten Gerichten wird das Soja-Hintergrundaroma sowieso überdeckt. Für Kaffee empfehle ich die Hafermilch, weil sie ein leicht nussiges Aroma hat und den Kaffeegeschmack, z.B. beim Capuccino, sogar unterstützt.

Veg: Im Vegetarischen Gourmet-Supermarkt im Einkaufsland in Altfeld habt Ihr ja eine sehr große Auswahl an pflanzlicher „Milch“. Wird denn vom Kunden noch Kuhmilch verlangt?

Bianca Schubert: Wir bieten zwar noch Kuhmilch an, doch der Trend geht eindeutig Richtung pflanzlicher, also veganer „Milch“. Vor allem, weil man bei uns fast alles probieren kann, fällt es vielen Kunden leicht, umzusteigen. Bereits 50% der Kunden kaufen die pflanzliche Milch, seien es die Haferdrinks, die sich großer Beliebtheit erfreuen, oder die Reisdrinks. Natürlich greifen viele Kunden auch zu Sojadrinks. Neu sind die vielen Sojadrinks in tollen Geschmacksrichtungen wie Mango, Schoko, Banane, Vanille, Capuccino etc. Alterntiv dazu gibt es inzwischen auch Dinkeldrinks und Reis-Mandel-Drinks, Drinks aus Hirse und Vollreisdrinks. Zum Kochen wird besonders gerne Soja-Sahne genommen, manchmal auch Hafersahne. Wir haben Capuccino mit aufgeschäumter Soja-„Sahne“ ausprobiert - ganz lecker. Ganz neu gibt es die Soja-„Sahne“ ja jetzt als Sprühcreme, die man schnell und cholesterinfrei auf Kuchen oder Erdbeeren sprühen kann, so wie man es bisher nur von der „Kuhsahne“ gewohnt war. Dann gibt es auch noch die Mandel- und Kokosmilch. Kokosmilch ist nicht nur für fernöstliche Gerichte geeignet, sondern verfeinert auf wunderbare Weise auch europäische Speisen. Eine Hokkaidosuppe mit einem guten Schuss Kokosmilch ist einfach ein Traum. Man kann auch auf einfache Art Desserts machen: Man nimmt einen guten süßen Saft, z.B. Ananassaft, und gibt einen Schuss (ca. 50 ml) Kokosmilch dazu; mit Eiswürfeln gekühlt - fertig. Was übrigens den Sahne-Ersatz betrifft: Ich persönlich verwende für Soßen nur noch unsere iBi-Aufstriche. iBi-Aufstriche sind Aufstriche auf Sonnenblumenölbasis von Lebe Gesund. Sie eigenen sich sehr gut, weil sie gut abbinden und man sie auch ein wenig einköcheln kann. Jede Sorte ist geeignet, je nachdem welchen Geschmack man liebt. Für eine feurige Soße, z.B. für ein vegan-vegetarisch-ungarisches Gulasch, nehme ich iBi-Hot, immer mit einem Schuss Wein abgeschmeckt. Auch iBi-Merrettich ist würzig, ohne zu scharf zu sein. Für eine italienische Speise passt das iBi-italiano, das man mit Pesto, einer Tomatensoße oder einfach mit Wasser verdünnt nehmen kann. Wenn man die Kräuter selber dazugibt, reicht iBi-pur, oder sonst nehme ich iBi-Kräutergarten. Unsere Kunden ersetzen die Eier oft mit 1 EL iBi-pur. Sei es für den Guss vom Obstkuchen oder für den Kuchenteig.

Obatzter vegan
Man nehme: 1 Glas iBi-Hot (Aufstrich von Lebe Gesund), dazu 2-3 TL von der original
Lebe Gesund Bärlauch-Soße und schneidet eine kleine Zwiebel und ein Stück von einer roten Paprika hinein.

Würzbrösel
Mischen Sie selbstgemachte Semmelbrösel aus gutem Weißbrot mit Knoblauch und Ölivenöl und braten Sie das Ganze etwas an; heben Sie es unter die Nudeln oder streuen Sie es auf ein Gratin. Es zerläuft zwar nicht wie ein Schmelzkäse,
liefert aber ähnliche Aromastoffe.

Veg: Schwieriger wird es wohl, wenn man Käse ersetzen will?

Christoph Michels: Leichte Käsesorten wie Philadelphia etc. lassen sich ohne weiteres durch einen iBi-Aufstrich ersetzen, der, wie gesagt, aus Sonnenblumenkernen hergestellt wird. Hartkäse oder Mozzarella-ähnlicher Käse wurden ebenfalls zu kopieren versucht, konnten aber schweizerische Gaumen bisher in keiner Hinsicht überzeugen. Aber bevor es Mode wurde, über die Nudeln Parmesan zu reiben, hat die Mutter bei uns zu Hause, als wir noch klein waren, Semmelbrösel mit etwas Fett in der Bratpfanne angebraten und dann unter die Nudeln gemischt - es hat uns wunderbar geschmeckt. Und dieses Röstaroma mit etwas Salz hatte einen gewissen Würzeffekt in Richtung Parmesan. Wir dürfen nicht vergessen, dass Parmesan weitgehend aus Salz besteht. Am besten macht man die Brösel selber, weil die gekauften aus sehr langweilig schmeckendem Weißbrot gemacht sind. Mischen Sie selbstgemachte Semmelbrösel aus gutem Weißbrot mit Knoblauch und Ölivenöl und braten Sie das Ganze etwas an; heben Sie es unter die Nudeln oder streuen Sie es auf ein Gratin. Das zerläuft zwar nicht wie ein Schmelzkäse, liefert aber ähnliche Aromastoffe.
Wenn man verschiedene Rezepturen in der Geschichte betrachtet, stellt man fest, dass es sehr viele ausgezeichnete Rezepte ohne Fleisch und ohne Milchprodukte gibt. Da Fleisch, Milchprodukte und Eier aber Zeichen des Wohlstandes waren - besonders im Mittelalter -, war natürlich jeder darauf bedacht, dem Gast vom Exklusivsten zu servieren. Heutzutage äußert sich das in dem seltsamen Drang, Kaviar, Wachteleier, Hummer und anderen kulinarischen Nonsens auftischen zu müssen. Würden in Russland die armen Leute die ausgemelkten Eierstöcke der Störe essen müssen oder die Hummergreifer mit Zangen aufquetschen, um das bisschen Fleisch herauszuangeln, weil sie sonst verhungern würden - kein Neureicher, kein Schickimicki würde im Westen Kaviar oder Hummer essen, denn es wäre ein Arme-Leute-Essen. Seien wir doch ehrlich: Kein Kind würde Kaviar essen - Kinder sind immer ein gutes Indiz für Natürlichkeit. Man muss sich bei Kaviar und Hummer und ähnlichen „Spezialitäten“ plastisch vor Augen halten, was man da eigentlich isst. Wie wir aber inzwischen aus Amerika wissen, ist dieser Schickimicki-Trend bereits überholt. Von den bekanntesten Schauspielern und Sängern sind ja inzwischen sehr viele Vegetarier - es gehört inzwischen bereits zum guten Ton, keine Tiere mehr zu essen. Es gibt heute eine Vielzahl internationaler vegetarischer Köstlichkeiten und das reichhaltigste Gemüse- und Früchteangebot seit Menschengedenken. Der Mensch gibt für Lebensmittel heute gerade mal ein paar wenige Prozente seines Gehaltes aus - und greift dann noch zu Tierleichenkadaverteilen. Es ist wahrlich eine „Todsünde“ - ich meine eine menschliche Sünde, die beim Tier mit dem Tod endet…
Noch ein Wort zum Käse: Wenn der Leser wissen möchte, was Käse wirklich ist, dann soll er im heißen Sommer, bevor er in den Urlaub fährt, ein Stück Käse und vielleicht einen abgelaufenen Schachtelkäse in seinen Kühlschrank legen, ehe er ihn dann ausschaltet. Wenn er nach 10 Tagen zurückkommt, wird sein Haus für Wochen einen solch grausigen Geruch haben, als hätte er eine Leiche im Haus verwesen lassen. Ein sehr eindrückliches Erlebnis, das uns eine Vorstellung von dem gibt, was wir eigentlich essen. Eine ergraute oder verfaulte Gurke ist da absolut harmlos dagegen.

Bianca Schubert: Mittlerweile sind einige Sorten von veganem Schnittkäse im Reform- und Naturkosthandel beziehbar. Auch Soja-Parmesan ist zu bekommen. Wir haben im Vegetarischen Gourmet-Supermarkt Soja-Käse im Angebot. Was die Kunden lieben, ist unser Altfelder Obatzter - und zwar vegan. Der schmeckt wirklich gut. Dieser vegane Obatzter ist schon über die Grenzen hinaus richtig bekannt geworden als vegane Spezialität. Normalerweise versteht man ja unter Obatzter eine Kalorien- und Cholesterin-bombe aus Camembert mit Butter, Zwiebel und Gewürzen. Unser Obatzter hingegen ist eine leichte, cholesterinfreie Alternative und schmeckt einfach perfekt auf kräftiges Bauernbrot oder auf feines Weißbrot. (Rezept siehe Kasten)

Veg: Butter ersetzt man wohl mit Margarine, oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Christoph Michels: In der Küche würde ich Butter auf jeden Fall mit Olivenöl ersetzen. Es ist jetzt publik geworden, dass Menschen in den südlichen Ländern wesentlich älter werden als die Deutschen, und das ist nicht zuletzt auf den Genuss von Olivenöl zurückzuführen. Man sollte einfach die Gewohnheit ändern und immer eine Flasche Olivenöl bereit haben. Man muss sie nicht einmal in den Kühlschrank stellen. Hat jemand schon einmal einen Italiener gesehen, der sich Butter aufs Brot streicht? Ich nicht. Sie tunken ihr Weißbrot in Olivenöl.

Altfelder Grüne Sauce
1 Glas iBi-pur, 1 Glas iBi-naise, 1-2 TL Bärlauch-Soße, Rucola-Soße, Pesto, Petersilie-Soße (Lebe Gesund) etwas Streuwürze - oder im Sommer frische Gartenkräuter und einige Spritzer Zitronensaft

Veg: Zum Joghurt-Ersatz. Heute gibt es ja bereits eine Unmenge an Soja-Joghurts in allen Geschmacksrichtungen.

Christoph Michels: Natürlich gibt es die, und sie schmecken ja auch gut. Trotzdem reitzt mich manchmal die provokante Frage: Brauchen wir diese Riesenauswahl an Jog-hurt? Wie ich mich erinnern kann, gab es früher gerade eine oder zwei Joghurtsorten. Der ganze Rest wurde in den letzten Jahrzehnten künstlich gepuscht durch die Milchindustrie, und heute meinen wir, dass wir es brauchen.

Veg: Und nun zum Fleisch. Dafür gibt es ja inzwischen eine Riesenpalette von Alternativprodukten, die lecker schmecken.

Bianca Schubert: Es gibt inzwischen viele Wurst- und Fleischalternativen aus Seitan, Weizen, Soja oder Lupineneiweiß von vielen Firmen. Unsere Kunden kaufen bevorzugt die Produkte von „Lebe Gesund“ und „Gut zum Leben“, weil sie so vielseitig anwendbar und sehr lecker sind.
Von der Firma „Hin zur Natur“ (Versand: www.hin-zur-natur.de) verkaufen wir vor allem Aufstriche und Würste, die Salaminos (sie sind in den Geschmacksrichtungen Paprika, grüner Pfeffer und italiano erhältlich), und Bratrollen in den Geschmacksrichtungen Party und Thüringer Art. Die geräucherten Würstchen gibt es auch im Glas, und sie halten gut zwei Jahre ohne Kühlung. Sie sind auch über den www.LebeGesund.de-Versand erhältlich. Die lange Haltbarkeit von mindestens drei Monaten ist nur einer der Vorteile gegenüber Tierleichenteilen, die ja schnell zu verwesen beginnen. Genial an diesem Produkt ist auch, dass es sehr fettarm ist. Deshalb kann man sich es leisten, die Schnitzel in Olivenöl schön knusprig zu braten.
Wir verkaufen in unserem Vegetarischen Gourmet-Supermarkt die ganze Produktpalette von „Lebe Gesund“, „Gut zum Leben“ und „Hin zur Natur“. Die Produkte der ersten beiden Firmen stammen aus Friedfertigem Landbau, das heißt, sie sind nicht nur kontrolliert ökologisch angebaut, sondern darüber hinaus vegan, das heißt ohne jegliche tierische Düngemittel, die im biologischen Anbau erlaubt sind: also ohne Knochen-, Blut-, Hornmehl oder andere tie-rische Mehle, auch ohne Mist und Gülle. Dafür gibt es für den Boden je-des dritte Jahr eine Ruhezeit, ein Bra-chejahr, in dem er sich erholen kann. Dies ist die Anbauart unserer Vorväter, die einzige Anbauart, die wir für vertretbar halten und der die Zukunft gehören wird. Es ist die einzige Anbauart, die Natur und Tiere wirklich schont. Die „Hin zur Natur“-Produkte sind sehr günstig, weil ein Teil der Zutaten auf Umstellungsfeldern angebaut wird, natürlich bereits ohne chemische und tierische Düngemittel.

Veg: Wie ist das Echo auf das vegane „Zürcher Geschnetzelte“?

Bianca Schubert: Es kommt wirklich manchmal vor, dass uns die Kundinnen sagen, der Ehemann wollte nicht wahrhaben, dass unser „Geschnetzeltes“ nicht von einem Rind oder Kalb stammt, sondern aus Weizeneiweiß hergestellt wurde. Die Sache ist doch die, dass rohes Fleisch eigentlich ungenießbar ist. Ein Leichenteil eben. In so einen toten Kadaver beißt ja keiner freiwillig rein. Der Geschmack kommt erst durch das Braten, Würzen, Räuchern, Grillen etc. oder durch die feinen Soßen. So kann man Tofu aus Soja gewinnen oder eben Weizeneiweiß aus Weizen und dieses dann genauso braten, würzen und räuchern - und hat den perfekten Fleischersatz. Mit einem großen Unterschied allerdings: Dafür wurde kein Tier in engen Verliesen gefoltert und erbärmlich ermordet. Dafür musste kein unschuldiges Blut fließen. Das ist sehr wichtig für mich. Weizeneiweiß gewinnt man, wenn man einen Teig aus Mehl und Wasser ansetzt und den Teig während des Knetens immer wieder wässert, bis nur noch das Eiweiß, die Gluten, übrigbleibt. Vier kg Mehl ergeben 1 kg Gluten. Gekocht ergibt das eine faserige Masse, die konsistenzmäßig dem Fleisch sehr ähnelt. Gebraten und gewürzt sind die Gluten der ideale Fleischersatz. Man nennt sie auch Seitan.

Wurstsalat vegan
Wir nehmen iBi-naise, etws Streuwürze, Senf, Balsamico-Essig, Kräutersalz, verdünnen das Ganze mit etwas Wasser, auf ein Glas iBi-naise etwa ¾ Glas Wasser, und schneiden die Salamino oder die Bratrollen oder beides zusammen in ganz, ganz dünne Scheibchen, und schneiden eine Zweibel in dünne Ringe. Es gibt 2 Tricks dabei: Die Wurstscheiben wirklich hauchdünn schneiden und die Zwiebelringe vorher mit der Streuwürze kurz durchmischen - es schmeckt umwerfend. Man kann den Salat z.B. als Abendessen zu Pellkartoffeln essen.

Veg: Was kann man mit den großen Salamino-Würsten alles machen?

Bianca Schubert: Unsere „Salaminos“, die aus Weizengluten gemacht werden, kann man dünn aufgeschnitten als Aufschnitt essen. Dicker geschnitten ergeben sich leckere Medaillons oder Sticks daraus, eventuell paniert und dann gebraten oder im Ausbackteig gebacken, oder man schneidet sie klein zu Gulasch etc. etc.
Ein beliebtes Rezept, das man täglich bei uns probieren kann, ist das Zürcher Geschnetzelte (Rezept siehe Kasten).
Wir haben noch eine andere Spezialität, die sehr beliebt ist: unseren Wurstsalat. Auch er ist immer da zum Probieren für die Kunden. Die Kunden sind immer wieder verblüfft, wie gut der Wurstsalat schmeckt und wie leicht doch eine Umstellung auf fleischlose Kost in Wirklichkeit ist. (Rezept siehe Kasten)
Wir haben auch eine Brutzelküche, in der Kochkurse stattfinden. Es ist wichtig, dass die Kunden miterleben können, wie einfach und schmackhaft die vegane Küche ist und dass es sich nicht um irgend eine schreckliche Diät handelt, sondern dass es Gourmet-Speisen vom Feinsten sind, gleichzeitig gesund für Mensch und Tier. Vor allem für die Tiere wirkt sich die vegane Küche positiv aus, weil für sie nur auf diese Weise ein würdiges Leben gewährleistet ist und sie nicht mehr geschlachtet werden.

Veg: Sie haben Kochkurse erwähnt?

Bianca Schubert: Ja. Die kostenlosen Kochkurse sind sehr beliebt. Sie finden jeden Mittwoch um 18 Uhr und jeden Feitag um 16 Uhr hier in dieser Brutzelküche statt (ohne Anmeldung). Hier werden viele Ideen und Tricks der vegan-vegetarischen Gourmet-Küche vorgestellt. Meist ganz einfache Rezepte, die jeder leicht nachkochen kann, bis hin zu Party-Food und Festmenues. Man kann auch mit sämtlichen Fragen zum Gourmet-Koch kommen und am Ende natürlich alles probieren. Viele unserer Kursteilnehmer haben erfogreich ihre Küche umgestellt und ihre Familien verblüfft - besonders Kinder sind begeistert davon.

Veg: Sie verkaufen ja auch Fleischersatzprodukte, die nicht im Hause herge-
stellt werden. Was wird da auf dem Markt noch angeboten?

Bianca Schubert:
Da gibt es inzwischen eine sehr große Auswahl. Wir führen z.B. von der Firma Topas die verschienen Bratrollen, eine Mexicopfanne, Currypfanne, Gyros-Geschnetzeltes oder Kasseler Art und die verschiedenen Aufschnitte: Wheaty mit Rauch, mit Hanf oder Classic. Dann die die Würstchen Frankenberger oder Bauernknacki etc. Beliebt sind die Hot-Chili-Peppers und „Landjäger“. Von Viana führen wir Chickin-Nuggets, Pfannen-Frikassee, Chickin-Filets, Frühlingsrollen, Veggie-Hack, Bonanza-Hacksteacks; es gibt „Fischstäbchen“, Knusperstäbchen; Viana hat auch eine Velami und eine Lebenswurst. Selbst ein Pizzarella als Ersatz für Mozarella wird angeboten. Er schmilzt sogar auf der Pizza. Dazu viele Tofuprodukte von Soto. Aus Lupinen-Eiweiß gibt es die Bratwurst u.v.a. von Landkrone. Das ist nur eine ganz kleine Auswahl an Fleisch-Alternativ-Produkten. Es gibt noch viele Produkte im Hande, die sehr gut sind, z.B. von Alberts Tofuhaus; ich denke da z.B. an die Falafel aus Tofu und Kichererbsen, an den fein geräucherten Tofu u.v.m. Also die Auswahl ist enorm. Die Produkte werden immer weiter entwickelt, und sie schmecken immer besser. Wenn ein Fleischesser sich damit herauszureden versucht, dass es keinen Ersatz für Fleisch gäbe, dann ist er nicht aufgeklärt oder will es nicht hören. Wir brauchen das Fleisch wirklich nicht. Viele Vegetarier und Veganer wollen auch diesen Fleisch-Ersatz nicht, für sie gibt es in der Natur genug anderes. In unseren Kochkursen lernen die Kunden, mit allem, was die Natur uns bereitwillig schenkt, dem feinen Gemüse und dem Obst aus Friedfertigem Landbau, einfache und schmackhafte Gerichte zu kochen. Jeder ist herzlich eingeladen, uns an der A3 zu besuchen.

Zürcher Geschnetzeltes
Wir braten Zwiebeln und Pilze an, nehmen feine Kräuter, die wir gerade frisch zur Hand haben, manchmal Salbei, manchmal Estragon. Dann würzen wir es mit der genialen Gut zum Leben- Streuwürze, die ohne Glutamat, dafür mit sehr viel Gemüse hergestellt wird. Wir würzen mit der Streuwürze, bevor wir Flüssigkeit dazugeben, damit es ein feines Röstaroma gibt. Dann kommen gewürfelte Salamino-Stückchen dazu, oder wir nehmen ein Glas des Lebe Gesund- Ragouts. Wenn jemand den Räuchergeschmack liebt, sollte er noch eine unserer Bratrollen dazuschneiden. Ein Schuss Weißwein zum Ablöschen - und dann machen wir die Soße: entweder mit iBi-Räuber oder iBi-Zwiebel-Paprika oder einfach iBi-pur und Wasser. Oder wir nehmen Soja-Sahne. Beide Varianten schmecken super und sind gänzlich cholesterinfrei. Wenn etwas übrigbleibt, kein Problem:
Es schmeckt auch kalt sehr gut.
Deutschlands Exquisites

Vegetarisches und veganes Kochstudio

in 97070 Würzburg, Marienstraße 1
(gleich beim Hauptbahnhof)

Lernen Sie vegetarisch kochen - mit allen Tricks und Kniffen einer abwechslungsreichen, internationalen vegan-vegetarischen Küche.
Deutschlands exquisites vegetarisches und veganes Kochstudio lädt Sie ein: Zu Koch-Workshops, zu Topfgucker-Kochvorführungen mit Kostproben, zum Erfahrungs- und Rezeptaustausch, zum Spaß-Haben und zur kulinarischen Weiterbildung.

Anmeldung und Infos:
Tel. 09391/504-144
www.vegetarisches-kochstudio.de