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Vegetarisch genießen

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Jagdfieber in Unterfranken

In Unterfranken, nahe Würzburg, betreiben Bauern, die der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben nahe stehen, einen Hof. Sie sind Vegetarier, nennen sich Urchristen und sind sicher, dass auch Jesus und die damaligen Urchristen echte Tierfreunde und daher Vegetarier waren. Auf ihren Feldern und in ihren Wäldern ruht die Jagd, weil sie die Tiere als Mitgeschöpfe Gottes und daher als ihre "Tiergeschwister" und Freunde betrachten. Dies scheint der Jagdbehörde und einigen mit dieser verbundenen Herren ein großer Dorn im Auge zu sein. Mit einem Helikopter wurde das Gebiet überflogen, um mit der Wärmekamera die Wildschweine zu zählen. Dabei wurden, wie jetzt neutrale Prüfer feststellen, offensichtlich die auf Waldweiden befindlichen Rinder- und Schafherden mitgezählt. Mit diesen dubiosen Zahlen und dem Schein-Argument, es drohe deshalb eine akute Schweinepest, wurde per Behörde angeordnet, dass jeden Monat 18 Wildschweine erschossen werden müssen, oder aber es werde ein Ordnungsgeld von monatlich 10 000 Euro fällig. Mit dem gemeinen Argument, falls die Entscheidung falsch sei, wäre dies ja nicht so schlimm, die Wildschweine würden den Verlust sicher bald wieder ausgleichen, wurde der Einspruch der Bauern gegen den Beschluss vom Gericht in der ersten Instanz abgeschmettert. Doch welch ein Wunder, die zweite Instanz hob das Urteil auf, weil es richtig erkannte, dass die Theorie von der Schweinepestgefahr wissenschaftlich nicht haltbar ist.
Interessant dabei ist, dass ausgerechnet der wegen seiner Nebeneinkünfte in die öffentliche Kritik geratene Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), der CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen Vocke, am 26.1.2005 die Meldung verbreiten ließ, sein Verband werde sich "massiv" dafür einsetzen, dass das Urteil überprüft werde. "Das unterhöhlt unser komplettes Jagdsystem."
Die betroffenen Landwirte von Gut Greußenheim hatten seit langem vermutet, dass hinter der Massaker-Anordnung ein von langer Hand geplantes Komplott unter Mitwirkung der Jägerlobby abläuft.
Jagd ist römisch-katholische Tradition. Die meisten Fürstbischöfe hatten ihre eigenen großen Jagdreviere. Es ist kaum zu übersehen, dass wohl der Glaube der Landwirte der Auslöser dieser Kampagne ist und nicht die paar Wildschweine, die andernorts in viel höherer Konzentration vorkommen (weil die Jäger durch den Abschuss der Leitbachen die soziale Struktur der Tiere durcheinanderbringen - während Tiere, die in Ruhe gelassen werden, ihren Bestand seit Millionen von Jahren, instinktiv selber zu regulieren vermögen). Dass dieser Verdacht begründet ist, verrät die andauernde mittelalterlich anmutende Hetze eines gewissen Provinzblattes gegen diese urchristlichen Landwirte.
Es muss in diesem Zusammenhang die Frage erlaubt sein, ob es nicht ein Skandal ist, wenn gewissen Glaubensgemeinschaften gestattet wird, Tiere auf schmerzhafte Art langsam ausbluten zu lassen, während es oben genannten urchristlichen Landwirten nicht gestattet wird, Tiere am Leben zu lassen. Das Quälen (z.B. Massentierhaltung etc.) und Töten von Tieren ist erlaubt, z.T. mit staatlichen Subventionen. Das Leben-Lassen von Tieren wird hingegen vom Staat in diesem Fall mit hohen Bußgeldern belegt und die Erschießung von Tieren gerichtlich zu erzwingen versucht. Dieser Tatbestand stimmt nachdenklich, denn er zeigt in erschreckendem Maß, dass, vor allem, wenn es um die Tiere geht, Ethik und Moral immer mehr auf der Strecke bleiben, obwohl der Schutz der Tiere im Grundgesetz verankert wurde.