Startseite | Freiheit für Tiere | Impressum | Noch lieferbare Einzelnummern | AGB | Widerrufsrecht | Datenschutz   

Vegetarisch genießen

English 4 3 2 1/07 4 3 2 1/06 4 3 2 1/05 4 3 2 1/04 Shop Verlag Das Brennglas Best 2 Noch lieferbare Einzelnummern
Einleitung Rezepte
Artikel: Good Aging Aktuelles Leser berichten Veg. in Indien Altersheim für Kühe Bärlauch Bärlauch weckt Natürlich schönes Haar Esst mehr Gemüse Aus aller Welt Schnitzel, das Schwein Gut für Tiere Zum Nachdenken Leserbriefe

So wurde ich Vegetarierin

Anke Riedel

Seit 14 Jahren Vegetarierin

An dieser Stelle haben unsere Leser das Wort, die darüber berichten wollen, wie sie Vegetarier wurden. Dies kann vielen Neueinsteigern helfen, aufzuhören Tierleichenteile zu essen.

Ich esse seit über 14 Jahren kein Fleisch mehr. Schon kurz nach dem Mauerfall 1989 - ich war 17 Jahre alt - wurde ich bei einem gemeinsamen Abend mit Schülern aus den alten Bundesländern mit Tofu und dem Wort "Vegetarier" konfrontiert. Abgesehen davon, dass mein Vater öfters von einigen Teenies aus unserem Dorf witzelnd als "Vegetarier" bezeichnet wurde, da er oft frische Kräuter für unseren gesunden Wald- und Wiesentee sammelte und es auch mal vorkam, dass diese Kräuter inklusive der Brennnesseln in unserem Salat landeten, hatte ich mir über eine vegetarische Lebensweise keine ernsthaften Gedanken gemacht. Gegessen wurde, was Mutti oder die Großküche gekocht hatten, und das war zwar bei Mutti viel Gemüse und wenig Fleisch, in der Schulspeisung aber "normal" Fleisch mit Beilage.
Da fand ich es schon mal spannend, dass es andere junge Leute in meinem Alter gab, die sich Gedanken über ihre Ernährung machten und lieber die Tofu-Würstchen aßen, die gar nicht so schlecht schmeckten, als Bratwurst.

Aber der Kick kam erst, als ich mit 18 Jahren ernsthaft anfing zu meditieren. Der von mir gewählte Meditationslehrer empfiehlt die vegetarische Lebensweise nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch, weil der Meditierende innerlich friedlicher und aufnahmefähiger ist, wenn er auf Fleisch und Fisch verzichtet. Mit Fleisch oder Fisch als Nahrung nehmen wir beim Essen unbewusst die Unruhe und Aggressivität der Tiere auf. Das war für mich das Tüpfelchen auf dem "i". Wenn ich mich vegetarisch ernähre, muss ich nicht nur keine Tiere mehr töten (bzw. daran Schuld sein, dass sie getötet werden), sondern ich profitiere auch selber davon in meiner persönlichen Entwicklung. Ich konnte das auch tatsächlich nachvollziehen: Mit vegetarischer Kost war ich weniger gereizt, innerlich ruhiger und hatte klarere Gesichtszüge (sicher auch ein Teil dank Meditation). Dabei verbesserten sich auch meine sportlichen Leistungen: Ich hatte mit Joggen begonnen und konnte mich innerhalb von 20 Monaten zur Marathonläuferin trainieren.
Umgestellt auf vegetarisch habe ich ganz radikal, von einem Tag auf den anderen, wie das in der "Sturm und Drang"-Zeit mit 18 so üblich ist. Dabei kam mir eine Fastenkur zu Hilfe, die ich vom Leiter unserer Meditationskurse zufällig aufgeschnappt hatte: die Neera-Kur (www.neera-kur.de). (Heute würde ich empfehlen, den Fleischgenuss innerhalb 4-8 Wochen langsam zu verringern und diese Kur dann als Sprungbrett in die vegetarische Lebensweise zu nutzen.)
Es handelt sich um eine Trinkfastenkur, bei der für 3 - 10 Tage auf feste Nahrung verzichtet wird, um dem Körper Zeit zur Reinigung und Entgiftung zu geben. Gleichzeitig werden dem Körper mit dem Kurgetränk aus Neera-Baumsirup (eingedickter Ahorn- und Palmsaft), frisch gepresster Zitrone, Cayennepfeffer und Wasser genügend Vitamine, Mineralien (zum Abbau eingelagerter Giftstoffe), Energie (brauner Zucker aus dem Baumsäften) und Flüssigkeit zugeführt, um die Entschlackung zu unterstützen. Nach der Kur fühlte ich mich wie neugeboren: um 2 kg leichter und fit. Ich begann langsam wieder mit Essen. Zuerst einen Tag Rohkost, dann Gemüsesuppe plus vorsichtig gedämpftes Gemüse und am dritten Tag eine kleine vegetarische Mahlzeit. Das war lecker! Mein Geschmackssinn war feinfühlig wie nie; ich hatte von selber Appetit auf gesunde Sachen und ich lernte bewusst zu essen. Hunger auf Süßes oder auf Fleisch waren nach der Kur völlig vergessen.
Mit dem Fleischessen habe ich nie wieder angefangen.