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Vegetarisch genießen

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Bärlauch weckt die Lebensgeister

Seine heilkräftigen Blätter ließen einst sogar wintermüde Bären zu neuen Kräften kommen. Heute erfreut sich
der Bärlauch in der Naturheilkunde wieder zunehmender Beliebtheit. Empfehlenswert vor allem bei Haut- und
Magen-Darm-Problemen.

In der Volksmedizin nimmt der Bärlauch etwa den gleichen Stellenwert wie sein Verwandter, der Knoblauch, ein. Mit einem Unterschied: Seine Heilkräfte gelten als ungleich größer. Schließlich hat er als Wildpflanze noch nichts von seinen Urkräften der freien Natur eingebüßt. Bärlauch ist daher wohl das beste Kraut für eine Blutreinigungskur. Er hat sich auch nachweislich bei der natürlichen Behandlung von Hautunreinheiten, Akne, Ekzemen und mancherlei Hautausschlägen bewährt.

Aber auch bei Wurmleiden und lästigen Gärungsprozessen im Magen-Darm-Trakt ist das einheimische Liliengewächs ganz ausgezeichnet geeignet.

Der Bärlauch schützt vor Darminfektionen, die oft bei Reisen in ferne Länder auftreten können. Experten weisen auf eine bleientgiftende Wirkung der heilkräftigen Blätter hin, die heutzutage besonders für Menschen in Stadt- und Industriegebieten vonnöten ist.

Empfohlen wird eine Bärlauchkur übrigens auch als Nachbehandlung nach einer Therapie mit Penicillin oder Sulfonamiden. Damit kann man das gestörte Gleichgewicht der Darmflora wiederherstellen.

Wenn wir im Frühling von April bis Mai durch die Buchenwälder, Auen und Schluchten streifen, erfreut uns neben dem ersten Grün der Bäume der Bärlauch mit seinen sternförmigen, kugelrunden Blütendolden.

Die schneeweiße Blütenpracht duftet stark nach Knoblauch und wird von grasgrünen, lanzettförmigen Blättern umsäumt. Aus der Blüte wachsen schließlich Kapselfrüchte, die schwarze Samen enthalten. Und diese werden von Ameisen verschleppt. Durch den Dienst dieser fleißigen Krabbeltiere verschafft sich die Pflanze eine weite Verbreitung. Doch der Bärlauch sorgt auch aus eigener Initiative für neuen Nachwuchs. Zur Reifezeit kippt er den samentragenden Stengel senkrecht zu Boden, worauf bald ein neues Stück Bärlauchteppich entsteht.

Doch aufgepasst: Wer die zarten Blätter als Frühjahrskur und Blutreinigungsmittel in der Hausapotheke verwenden möchte, darf sie nicht mit dem giftigen Blattwerk der Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechseln! Sicherheitshalber zerquetscht man die Blätter zwischen den Fingern. Und wenn dann der Knoblauchduft in die Nase steigt, handelt es sich ganz sicher um die richtige Pflanze.

Mit dem wissenschaftlichen Namen heißt er „Allium ursini“: Die Bezeichnung „Allium“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet der „Lauch“ und „ursini“ „des Bären“.

Versetzen Sie sich doch einmal in Gedanken in jene Zeit zurück, als in unseren heimischen Wäldern noch wilde Bären hausten. Da torkelten in den ersten Frühlingstagen die „Meister Petze“ wie Betrunkene umher: ausgehungert und entkräftet durch den langen, harten Winter. Doch sobald sich der Bärlauch mit seinen jungen, zarten und würzigen Blättern in der Frühjahrssonne durch den Boden drängte, nahm die Not der imposanten Vierbeiner ein Ende. Gierig stürzten sie sich auf das knoblauchduftende, stärkende Grün. Und innerhalb weniger Tagen kehrten ihre alten Kräfte zurück.

Die Heilkräfte in Küche und Hausapotheke nutzen
Das Gesunde und Heilsame des Bärlauchs lässt sich anhand ihrer Wirkstoffe nachweisen. Die Blätter enthalten vor allem ätherisches Öl, bestehend aus Vinylsulfid, Alliin, Allicin, Mercaptan, Jod und Mineralsalzen. Von besonderer Wichtigkeit ist das Allicin, das auch für den so typischen Knoblauchgeruch verantwortlich ist. Es wurde im Jahre 1944 in Amerika als natürliche antibiotische Substanz entdeckt. 1/10.000 Gramm davon besitzt die gleiche Heilkraft wie 25 Einheiten Penicillin – eine bemerkenswerte Leistung! So intensiv auch der Geruch des „Waldknoblauchs“ für empfindliche Nasen sein mag, der Genuss dieser Pflanze ist ein echter Garant für die Gesundheit.

Am besten wird der Bärlauch frisch verwendet. Dabei zerkaut man drei Wochen lang täglich fünf bis zehn Blätter nach den Mahlzeiten oder genießt sie zerhackt auf Butter- oder Quarkbrot, oder in Kartoffelsalat oder anderen Gerichten. Besonders magenempfindliche Personen können die Zwiebeln des Bärlauchs in warmer Milch zwei bis drei Stunden ziehen lassen und diese anschließend schluckweise nach den Mahlzeiten trinken. Der knoblauchartige Nachgeruch kann anschließend durch Kauen von Petersilienblättern oder einer Kaffeebohne gebannt werden.

Leider kann der Bärlauch nicht durchs ganze Jahr eingesammelt werden. Seine Saison geht nur bis Ende Mai. Um aber die wirksamen Kräfte immer vorrätig zu haben, kann mit den frisch eingesammelten Blättern eine Tinktur hergestellt werden, die bis zu einem Jahr haltbar ist.

Warum eigentlich eine blutreinigende Frühjahrskur? Ganz einfach: Man fühlt sich danach pudelwohl. Die medizinische Erklärung ist, dass die Ausscheidungsorgane aktiviert und die Leber-Gallen-Tätigkeit wie auch die Nierenfunktion verstärkt werden. Gerade im Frühjahr bedürfen wir einer belebenden Wildkräuterkur. Denn durch die düstere Winterzeit, den Mangel an Bewegung und Licht und nicht zuletzt durch den Genuss von oft belastetem Treibhaus-Gemüse ist unser Körper in Mitleidenschaft gezogen. Wenn aber nun der Frühling wieder ins Land zieht, hat es jeder von uns nötig, das gestörte Gleichgewicht im Körper wieder herzustellen. Durch eine solche Kur findet unser Organismus wieder den Anschluss an den Kreislauf der Natur. Wir sollten uns viel öfter an den Heilschatz erinnern, der sich uns in der freien Natur bietet. Auch eine Frühjahrswanderung zu einem bärlauchduftenden Auenwald trägt zu unserem Wohlbefinden bei. So können wir das Angenehme gleich mit dem Nützlichen verbinden. Bruno Vonarburg (BIO 2/2004)