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Vegetarisch genießen

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Einleitung Rezepte Artikel

Einleitung

Liebe Leserin, lieber Leser!

Albert Schweitzer:

»Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet Abscheu vor dem Töten.« »Meine Ansicht ist, dass wir, die wir für die Schonung der Tiere eintreten, ganz dem Fleischgenuss entsagen und auch gegen ihn reden. So mache ich es selber. Und damit kommen so manche dazu, auf das Problem, das so spät aufgestellt wurde, aufmerksam zu werden.« »Ich gebe mir darüber Rechenschaft, dass die Gewohnheit, Fleisch zu essen, nicht mit erhabenen Gefühlen in Übereinstimmung steht.«

Wenn ich zurückblicke, um zu erfühlen was mich bei der Herstellung dieser dritten Ausgabe von »Vegetarisch genießen« am meisten beeindruckte, dann sind das zweifellos die Momente, in denen ich den Tieren gegenüberstand, um sie für die Zeitschrift zu portraitieren. Leider sind bei uns die Wildtiere meist nur noch in Wildtier-Parks zu bewundern, weil sie entweder von den Jägern bereits ausgerottet oder mindestens scheu gemacht wurden.
Mit welch beindruckender geradliniger Offenheit kann einem so ein Bär in die Augen schauen! Über eine halbe Stunde ließ er mich nicht aus den Augen und legte sich genau vor mir hin. Bei den Schafen, die gerade gemütlich am Wiederkäuen waren, hatte ich das Gefühl, als ob eine Aura der absoluten Stille mich umgeben würde. Eigentlich wurde mir dies erst richtig bewusst, als ich wegging und nach Hause fuhr. Ich spürte dieses Etwas, das mich immer noch umgab. Es war wie ein Geschenk, das mir die Schafe mit auf den Weg gegeben hatten.
Als ich die zwei Bullen fotografierte, waren sie gerade damit beschäftigt, sich gegenseitig zu säubern. Vor allem die Ohren und die Bereiche am Hals wurden sauber geleckt. Es sind die Stellen, an die sie selber nicht rankommen können. Der Behandelte genoss es sichtlich, hob den Kopf mit geschlossenen Augen in die Höhe. Als die Prozedur, die in anmutiger Harmonie ausgeführt wurde, vorbei war, schauten sich die beiden minutenlang in die Augen. Als ob sie sich gegenseitig bedanken würden. Ich blieb eine ganze Weile wie angewurzelt stehen und verfolgte das Geschehen. Es war, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Als ich wegging, waren meine Bewegungen ruhig und harmonisch. In mich war eine angenehme Stille eingekehrt. Ich glaube, die Tiere haben eine wunderbare Botschaft für uns. Wir könnten unendlich viel lernen von ihnen. Sie geben uns Geschenke über Geschenke, denn sie leben noch in der Einheit. Doch was tut der Mensch? Er knallt sie hinterrücks ab oder sperrt sie gezielt in dunkle, enge und kalte Verliese, stopft sie voll mit Kraftfutter und Chemie, damit sie schnell rund und unförmig werden, um sie nachher zu killen - gedankenlos und kaltblütig. Da kommt mir unweigerlich der Song von Harry Harper in den Sinn: »Die Bestie ist der Mensch - der Mensch allein. Ich schäme mich, ein Mensch zu sein«. (www.tiermord.de) Doch die Folgen bleiben nicht aus. Lesen Sie, was der Parasit Toxoplasma - der meist durch Fleischgenuss aufgenommen wird - im infizierten Hirn des Menschen anstellt.
Sie werden sicher schon beim ersten Durchblättern gemerkt haben, dass dieses Heft einen arabischen Touch hat. Als wir für die tierfreundliche Mode-Reportage für Heft Nr. 2 in Hamburg waren, besuchten wir ein arabisches Geschäft (le marrakesch.de) und ich schoss viele stimmungsvolle Bilder. Was lag da näher, als dazu einige arabische Gerichte zu präsentieren? Die Zutaten, meist Hülsenfrüchte, sind sehr schmackhaft und auch gesund. Die arabischen Vorspeien sind meist sowieso vegetarisch. Vor allem in der Sommerhitze sind sie herrlich mit Fladenbrot zu genießen. Ein Besuch in einem arabischen Restaurant lohnt sich also, auch wenn da normalerweise - wie fast überall noch - als Hauptspeise viel Fleisch gegessen wird. Als kleine Gegenreaktion: Das Gastmahl des Emirs.

In diesem Sinne wünschen wir allen viel Freude beim Lesen!

Das Redaktions-Team